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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. trifft einen ebenbürtigen Gegner, behält aber die Oberhand ... vorerst ...
Überraschenderweise scheint die Ausbildung des PJ gut zu verlaufen. Er bemüht sich, alles richtig zu machen, aber ich bezweifle, daß das auch noch in ein paar Wochen so ist, wenn er mit ein paar schwierigen Klienten zusammentreffen wird ... Ach ja, unsere Klienten. Einer unserer schlimmsten Klienten ist kürzlich zurückgetreten, nachdem ein paar wirklich sehr persönliche Fotos im Speicher einer geliehenen digitalen Kamera ´vergessen´ wurden. Das ist eine sehr seltsame Sache, denn die Löschfunktion funktionierte perfekt, als ich die Kamera vor einer Woche ´wartete´. Die Sache wäre wohl weniger schlimm ausgegangen, wenn der Finder nicht eines der Bilder als Startlogo aller Windows-PCs auf seiner Etage eingerichtet hätte. Das Opfer hat natürlich behauptet, daß jemand das Bild bearbeitet und gefälscht habe. Doch alle waren der Meinung, daß es nicht das Bild war, das da ´bearbeitet´ wurde. Arme Sau. Der PJ ist besorgt und benötigt offensichtlich Rat. "Wo liegt das Problem?" frage ich. "Ich verstehe nicht, wie dieses Bild auf alle PCs gelangen konnte." "Ach so. Ich schätze, daß es jemandem gelungen ist, in den Programm-Server einzubrechen und das Bild auf die verschiedenen Desktops zu bringen." "Aber der Server ist durch ein Passwort geschützt. Und das Versionsverwaltungsprogramm auch. Wie konnte das passieren?" "Jemand muß das Passwort herausgefunden haben", antworte ich und warte auf das Unvermeidliche. "Aber nur sie und ich haben Passwörter, und ich erst seit gestern." "Notieren sie sich die Passwörter?" "Nun, ja. Aber der Zettel liegt in meinem abgeschlossenen Fach." Ich schüttle traurig den Kopf. "Und wer hat Schlüssel zu dem Fach?" frage ich. "Nur sie und ich." "Und waren sie es?" "Nein." "Dann können wir diese Möglichkeit verwerfen. Also muß ich es gewesen sein, der das Fach geöffnet und die Passwörter benutzt hat, um sich mit einer anderen Identität beim Server anzumelden." "Sie waren es?!" "Natürlich. Sie denken doch, daß es niemand anderes gewesen sein kann, oder? Gott, die einzige weitere Person mit mehr Zugriffsrechten ist der Systemmanager, aber der ist so langsam, daß er ein Abschleppseil braucht." "Warum haben sie das getan?" "Weil sie lernen sollen, was Sicherheit bedeutet. Ich bin mir sicher, daß sie diese Erfahrung bei ihrem nächsten Job, der sie irgendwann nach dem morgigen Tag erwartet, nutzen können." "A ... a ... aber." "Kein Grund zur Aufregung." "Aber ich wollte sagen, daß sie mich doch nicht dazu bringen wollen, Onkel Brian zu sagen, daß das mein Fehler war. Das können sie doch nicht tun!" Warnlampen an! "Onkel Brian?" "Onkel Brian. Sie kennen doch das große Büro im 6. Stock. Das mit den Ledermöbeln. Ich würde ihrem Bericht an den Geschäftsführer nur ungern widersprechen." ONKEL Brian ... Onkel Brian. Der Geschäftsführer. Ich hätte es wissen müssen. Das ist keine einfache Sache, sondern ein Riesending. "Nun, vielleicht ist es besser, diese Angelegenheit einem Hacker von draußen anzuhängen", sage ich so freundlich wie ich kann. "Oder einem Hacker aus unserem Haus ..." Der PJ lächelt bedrohlich. Dieser hinterhältige Bastard! Möglicherweise steckt mehr in ihm, als ich dachte. "... wie unser Abteilungsleiter." fügt er hinzu und läßt mich vom Haken. Gott sei Dank ... "In Ordnung", sage ich schnell, bevor er das riesige Potential von Erpressungen erkennt. "Sie sagen es Onkel Brian und ich werde einen Zettel mit ihren Passwörtern auf den Schreibtisch vom Abteilungsleiter schmuggeln." "So machen wir es!" Zehn Minuten später beobachten wir bei süßen Krapfen, wie ein weiterer Chef aus den geheiligten Hallen der Hölle hinausbegleitet wird. "Sie wissen, daß er ihnen diesen Job gegeben hat", sage ich. "Ja. Aber für Sentimentalität ist jetzt keine Zeit." antwortet er. Wirklich, ein PJ voller Potential ... "Okay, was sollen wir nun tun?" fragte er lernbegierig. "Nun, ich denke es ist Zeit, den Stecker eines Remote-Rechners zu ziehen und die Leute anzurufen. Wir erklären ihnen dann, daß die Etiketten ihrer EPROMs ungültig sind und sie sie an einem gut beleuchteten Ort abziehen sollen. Irgendwo, wo die Sonne hell scheint." "Würde das nicht ...?" "Yep." "Legen wir los." Einen Job wie diesen zu haben, kann man nicht BEREUEN! |
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© Simon Travaglia, 31.01.1996, Übersetzung: thomas w., 1999. |
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