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| bastard operator from hell | ||
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Geld wechselt den Besitzer, als der B.O.F.H. sich geheime Informationen beschafft ...
Es ist ein ruhiger Nachmittag, als mein persönliches Telefon klingelt. Ich hebe ab, höre zu und lege dann wieder auf. "Streßabbau-Sitzung", erkläre ich dem PJ, und wir verdrücken uns in den nahegelegenen Pub. Ich sehe, daß mein Anrufer schon da ist, also lasse ich den PJ die Getränke holen. "Guten Tag, George", beginne ich, als der PJ und ich an seinen Tisch kommen. "Guten Tag", antwortet George und blickt sich vorsichtig um. "Sie haben meinen Assistenten noch nicht kennengelernt." fahre ich fort. "PJ, George; George, PJ." Der PJ schaut mich mit einem Blick an, den er sonst für mental Instabile reserviert hat (wofür er später noch bezahlen wird; er sollte sich vor Schränken in acht nehmen ...). "George ist einer unserer Hausmeister", sage ich und warte darauf, daß das Gehirn des PJ auf Touren kommt. Sein Gesichtsausdruck bleibt unverändert, also muß ich seinen Gedanken auf die Sprünge helfen. "George leert die Papierkörbe der Reichen und Mächtigen ..." helfe ich ihm. Das Feuer der Erkenntnis spiegelt sich in den Augen des PJ, als er in George eine hervorragende Quelle für potentiell zerstörerische Informationen erkennt. "Hallo", sagt er und streckt die Hand aus. George bewegt sich nicht. Ich seufze. "Das ist nicht die richtige Art und Weise, um George zu begrüßen", erkläre ich. "DIES ist die richtige Art und Weise." Wir schütteln die Hände und George läßt einen neuen 20 Pfund-Schein in seiner Tasche verschwinden. "Das Videokonferenzsystem ist wieder auf dem Plan." sagt George leise. "AUSGEZEICHNET!" rufe ich. "Das klingt nach viel neuer und teurer Technik für uns." "Nicht, wenn man der Kopie einer handschriftlichen Bestellung Glauben schenkt ..." flüstert George. "ÜBUNG IM HÄNDESCHÜTTELN!" sage ich zum PJ. Er kramt in seinen Taschen und schüttelt dann die Hand von George. Ein weiterer 20 Pfund-Schein verschwindet, und ein Stück Papier fällt zu Boden. Da ich ein ordentlicher Mensch bin, hebe ich es auf und stecke es ein, um es später zu entsorgen. "Nun, wir können nicht den ganzen Tag hier herumhängen", scherze ich. "Wir haben Arbeiten zu erledigen etc." Wenige Minuten später studieren der PJ und ich eine Rechnungskopie mit vielen Nullen in der rechten unteren Ecke. Viele Nullen. Eine Rechnung, die viele Glocken des ´Netzwerk-Überwachungs-Monitors´ zum Klingen gebracht hätte, wenn die Rechnung wie üblich behandelt worden wäre. "Erkennen sie das?" frage ich den PJ. "Was?" "Die Ratte." antworte ich. "Eine große Ratte mit einem flachen Schwanz, weil in der jüngsten Vergangenheit jemand darauf getreten ist." Der PJ schaut zum Büro des Abteilungsleiters. "Eine Ratte mit einem Gespür für unpassende Kleidung?" schlägt er vor. "Bingo!" Die weitere Untersuchung der Rechnung zeigt, daß die bestellten Geräte aktuelle Versionen der Geräte sind, die vor einigen Monaten bei einem Unfall zerstört wurden, der den Vorgänger unseres Abteilungsleiters seine Stellung gekostet hat. Sein Nachfolger hat offenbar erkannt, daß die Person, die die Anlage installiert, zum lebenslangen Freund des Geschäftsführers wird. Um keine Zeit zu verlieren, rufe ich den Lieferanten mit befehlsgewohnter Stimme an, um die Lieferadresse zu ändern. Als ich auflege, fällt mir ein, daß die Worte ´wie besprochen´ oben auf der Rechnung stehen. Ich fliege zur Telefonanlage und vertausche die Nummer des Chefs mit meiner eigenen. Keinen Augenblick zu früh. Die Stimme des Lieferanten klingt wieder an meinem Ohr. "JA!" knurre ich im Chef-Modus. "Hallo, ich wollte mich nur vergewissern, daß die Änderung der Lieferadre ..." "WAS?! ICH HABE SIE DOCH GERADE ANGERUFEN!!" "Ja, aber sie haben ausdrücklich gesagt ..." "Ja, stimmt. Sie haben Recht", gebe ich zu. "Ich bin einfach nur bestrebt, die Geräte möglichst schnell hier stehen zu sehen." "Nun, wie wäre es, wenn ich ihnen unser Vorführmodell schicke, damit sie damit ein paar Tage üben können", schlägt er großzügig vor. Einen Tag später empfangen der PJ und ich ein hochmodernes Videokonferenzsystem, suchen dann im Internet die benötigte Software und laden nebenbei noch ein paar nützliche Bilder herunter. Wieder einen Tag später können wir dank der Überwachungskameras beobachten, wie der Abteilungsleiter, unser Chef, seine ´neu gelieferten´ Geräte in ein Zimmer schleppt, das ziemlich nahe beim Büro des Geschäftsführers liegt. Kaum eine Woche später hat der Geschäftsführer seine erste Sendung hinter sich, die in allen unseren Niederlassungen gleichzeitig gesehen wurde. Der PJ und ich diskutieren diese Sendung später. "Ich glaube, daß das Faß zum Überlaufen gebracht wurde, als der Kopf des Geschäftsführers auf dem Körper dieser nackten Frau erschien." schlägt der PJ vor. "Könnte sein", stimme ich zu. "Wie auch immer, ihr kleines Filmchen, wie der Kopf des Geschäftsführers sich in den eines schinkenproduzierenden Tieres verwandelte, war wirklich ein Kunstwerk." Unser Chef beteiligt sich nicht an unserer Unterhaltung. Möglicherweise liegt das daran, daß er so eifrig bemüht ist, seinen Schreibtisch auszuräumen, bevor der Sicherheitsdienst in hinausbegleiten wird. Ich habe es einmal gesagt, ich habe es tausendmal gesagt - es ist ein lustiges Spiel. |
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© Simon Travaglia, 13.11.1996, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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